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Samstag, 25. August 2012

Nachtrag zum "Sachsen-Trojaner"

Nachdem sich der Staub um die "Ausschnüffelung" von Internetnutzern durch die sächsische Staatsregierung etwas gelegt hat, hier nochmal etwas Futter bei die Fische.

So Mancher hat es immer noch nicht geschnallt:

Der Staat (tm) forciert den Einsatz von "neuen" Technologien so dermaßen, dass liebgewonnene Grund- Bürger- und Menschenrechte übermäßig geschliffen werden.

Dazu gehört unter Anderem der Einsatz und Gebrauch von eFas (ermittlungsunterstützendes Fallanalyse-System), mit dem ganz eindeutig Rasterfahndung betrieben werden kann.

Die sächsische Landtagsabgeordnete Sabine Friedel hatte vor gut einem Jahr eine kleine Anfrage, u.A.zu den Kosten, gestellt. Aus der Antwort geht hervor, dass der Freistaat bis dahin gut 3,6 Millionen Euro ausgegeben hat und der "Betrieb" der Software mit 15% der Anschaffungskosten pro Jahr zu Buche schlägt. Das sind schlappe 540.000 Euro im Jahr.

Am Umgang der Staatsregierung mit #handygate lese ich ab, dass von den sächsischen Polizieibehörden Technik eingesetzt wird, ohne auch nur den Hauch von Verhältnismäßigkeit zu wahren.
Daran ändert auch das Gefälligkeitsgutachten von Prof. Dr.² Ulrich Battis nichts, welcher sich nicht zu blöde war, innerhalb von knapp einer Woche zu einem Ergebnis zu kommen, das den Untersuchungen des Sächsischen Datenschutzbeauftragten nahezu diametral entgegensteht (ja, doppelt-gemoppelt).

Eine Meldung des Tagesspiegels über Überwachungsphantasien der Berliner CDU lässt tief blicken. Mit Kameras und Hausmeisterassistenten soll Mißbrauch an Berliner Schulen verhindert werden. Aber um welchen Preis?!

Wie das in den USA (bereits) aussieht, berichtete der Spiegel am 13. August. Dort "erfasst Trapwire von Menschen eingegebene Berichte über ungewöhnliche Beobachtungen im Umfeld möglicher Anschlagsziele."

In Europa wird offiziell noch(!) nur daran geforscht. Das Ganze nennt sich INDECT und läuft auf's Gleiche hinaus. Der öffentliche Raum und jede/r, die/der sich darin bewegt, wird als potentieller Täter von Kameras beobachtet. Algorithmen sollen dann diejenigen auswerfen, die sich unnormal verhalten. Das kann zu langes Verweilen auf Bahnhofsbänken und das Vergessen von Gepäckstücken bedeuten, aber auch Rennen über öffentliche Plätze oder anderweitig auffälliges Verhalten.

Wer sich also als (Internet-)Aktivist versteht und betätigt, der sich (dennoch) im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegt, darf sich meines Erachtens zurecht überwacht und bedroht fühlen.

Weitere Nettigkeiten der "Sächsischen Demokratie" finden sich in der Parlamentsdokumentation des Sächsischen Landtages (Stichwort: Drohne, Telekommunikationsüberwachung, eFas, IVO-Akte usw.) oder auch in den entsprechenden Sächsischen Gesetzestexten (Polizeigesetz o.Ä.).

Ach ja.... und wie es mit dem Recht auf Anonymität im Internet bzw. in der Kommunikation aussieht lässt sich mit großen Abstrichen an folgenden, recht aktuellen Meldungen ablesen:
  • Jugendorganisation der Polizeigewerkschaft will die Identität von Facebook-Nutzern überprüfen lassen (Golem)
  • Recht auf anonyme Kommunikation: Patrick Breyer hat Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eingereicht. (Piratenpartei)

Mittwoch, 8. August 2012

Ja, ich habe heute extrem schlechte Laune...

Kommt mir einfach nicht in die Quere, sonst rante ich euch unangespitzt in den Boden... aber sowas von

Warum, verrate ich euch aber nicht. Stattdessen poste ich hier ein paar vorgeschobene Gründe und, ja ich weiß, viel zu viele Links im Text. Lest einfach drüber weg. :-P

Die Landeshauptstadt Dresden ist sich nicht zu blöde, öffentlich über eine Be- bzw. (Video-)Überwachung des goldenen Reiters zu sinnieren.

Im Sommer 2011 versuchten betrunkene Jugendliche den goldenen Reiter um sein Schwert zu erleichtern, wobei ein Sachschaden von ca. 10.000€ entstand.

Daraus mach(t)en Stadtverwaltung und Presse Vandalismus, womit das Motiv der betrunkenen Täter bereits im Vorfeld "außergerichtlich" festgetackert wurde.

Was mich an den Überlegungen stört?


Das Motiv der (ertappten, verurteilten und schadensersatzpflichtigen) Täter soll für die Überwachung des öffentlichen Raumes herhalten.

Ohne nach dem Gerichtsurteil gesucht zu haben und/oder ein Jurist zu sein, behaupte ich mal frech, dass das Gericht in erster Linie über den Straftatbestand zu befinden hat, aber mögliche Motive der Täter "nur" bei der Bemessung der Strafhöhe zu berücksichtigen hat.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis


Der Öffentlichkeit, d.h. dem Steuerzahler wird vorgegaukelt, dass mit einer Bewachung durch einen (privaten) Wachschutz oder gar durch eine Videoüberwachung die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Beschädigung verringert bzw. minimiert werden könne. Nur mal grob überschlagen: bekommt man für 10.000€ im Jahr (365 Tage) einen Wachschutz für 30€ pro Tag? Die Kosten für die Überwachung des öffentlichen Raumes im Umfeld der Scheune kostete ca. 87.000€ in der Anschaffung der Technik und bei laufenden jährlichen Kosten von ca. 10.000€ (825€/Monat x 12 Monate).

Der Frosch bleibt im Kochtopf, wenn man das Wasser nur langsam erhitzt

Nur wenige Wochen vor der Schändung des bzw. Attacke gegen den goldenen Reiter(s) ließ das Büro der Oberbürgermeisterin verlauten, dass selbiges (auf Vorschlag einer internen Studie des Landeskriminalamtes) durch Spezialscheiben, eine Sicherheitsschleuse und Videoüberwachung vor Randalierern geschützt werden solle.

Grundrechte sind sowas von eighties:


In Hannover hat die Polizei erneut friedliche Demonstranten gefilmt, obwohl sich dies nach Ansicht vieler überhaupt nicht mit dem Versammlungsrecht verträgt. In Dresden ist das allerdings auch Gang und Gäbe. 

Wenn Dein "Freund und Helfer", die Polizei selbst zum Ziel wird...


Dann spannst Du die Presse ein, verbreitest Halbwahrheiten und jonglierst mit Zahlen.

Und wer setzt dem Ganzen die Krone auf: IM Ulbig


Der hat nämlich gleich 390.000€ zuviel (für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) übrig und will nicht nur den (realen) öffentlichen Raum, sondern gleich auch noch den virtuellen Raum überwachen und ausforschen. Das erfährt die Öffentlichkeit aber erst aufgrund einer kleinen Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi, dem die Staatsregierung an anderer Stelle Antworten auf seine Fragen bisher verwehrt wurden. Zusammen mit seiner Kollegin Julia Bonk von der Fraktion DIE LINKE hatte er, inzwischen erfolgreich auf eine Beantwortung der kleinen Anfrage zur Errichtungsanordnung bezüglich der sogenannten IVO-Akte geklagt und vor dem Sächsischen Verfassungsgerichtshof Recht bekommen.

Schlussfolgerung(en)


Verkauft den Goldenen Reiter an einen privaten Investor, der dann Eintritt für's Angucken des alten Schlachtrosses verlangen darf, aber auch für dessen Sicherheit und Erhalt sorgen muss.

Wählt die Oberbürgermeisterin ab, die die (politische) Verantwortung für die Verwaltung der Landeshauptstadt trägt. Im Jahr 2008 wurde sie (im 2. Wahlgang) von ca. 92.000 der insgesamt 421.299 wahlberechtigten Dresdnern gewählt (die Wahlbeteiligung lag bei stolzen 33,9% und sie erreichte 64% der gültigen Stimmen). Laut
Hauptsatzung der Landeshauptstadt bedarf es "nur" 20% der Wahlberechtigten in Dresden, um sie vorzeitig aus dem Amt zu jag.... äääh wählen. Da die Zahl der Wahlberechtigten parallel zur Bevölkerungszunahme gestiegen sein dürfte, könnte dies mit weniger als 92.000 Stimmen zu erreichen sein.

Geht am 20. September zum OptOutDay auf die Straße und widersprecht der Weitergabe eurer Meldedaten und nehmt euer Recht, euch friedlich und ohne Waffen im öffentlichen Raum zu versammeln, am 20. Oktober wahr, wenn ein europaweiter Protesttag gegen INDECT stattfindet!


Mein einziger Lichtblick heute sind einige Frauen, die machen und nicht nur, aber auch (im besten Sinne) "quatschen".


Und damit ich nicht falsch verstanden werde:


Ein Hoch auf Demokratie, den funktionierenden (sic!) Rechtsstaat und all die Menschen, die sich tagtäglich der Arsch dafür aufreissen. Und gegen den (technischen) Fortschritt habe ich auch nichts einzuwenden... so lange es/er grundrechtsschonend bzw. -verträglich vonstatten geht. Und davon sind wir (tm) in Sachsen so weit entfernt, wie Curiosity von der Erde. m(

Besser als Robert Misik könnte ich es nicht formulieren:



Hasta la victoria siempre

und

Klarmachen zum Ändern!


P.S. Dass der Sächsische Innenminister auch die politische Verantwortung für #handygate und das Schreddern von NSU-Akten trägt, brauche ich hier nicht extra zu erwähnen, oder? Und wer glaubt, dass unter diesem Minister der Sachsensumpf trocken gelegt wird, ist meiner Meinung nach ein Idiot.

[update 1]

In meiner "blinden Wut" hatte ich gestern das Setzen eines weiteren Links vertrödelt:

Pressemitteilung von Johannes Lichdi vom 7. August 2012 (inkl. Kleiner Anfrage, Antwort darauf und Ausschreibungstext)

Außerdem hat sich heute der Dresdner Blogger Stefanolix des Themas kritisch angenommen.

[update 2]

Bereits gestern, am Tag des medialen Aufschreis,  zog Staatsminister Johannes Beermann die Reißleine und beerdigte das Vorhaben.

Dienstag, 27. März 2012

"Politik im Keller" im Club "Sabotage" am Sonntag der Landtagswahl im Saarland

Am vergangenen Sonntag lud "Bürger Preibisch" erneut zur Podiumsdiskussion "Politik im Keller" ein; dieses Mal, wie immer am letzten Sonntag im Monat, zum Thema Freiheit.

Während Achim Wesjohann (Grüne), Uwe Schaarschmidt (DIE LINKE) und Pirat Fidel Karsto mit Bürger Preibisch wie zugesagt diskutierten, blieb der Vertreter der FDP, Johannes Lohmeyer, seines Zeichens Dresdner Kreisvorsitzender, der Veranstaltung unentschuldigt fern. Wie auf dem Podium und im Publikum geunkt wurde, wohl aufgrund des desaströsen Wahlergebnisses der dortigen FDP von 1,2%.
Dagegen fuhren die Piraten an der Saar ein gigantisches Ergebnis von 7,4% und somit auch viele Vorschusslorbeeren ein, während die Grünen mit 5,04% lange Zeit um den Einzug in den Landtag zittern und DIE LINKE einen Verlust von über 5% zum letzten Wahlergebnis verkraften mussten.

So durch "externe" Einflüsse" vorgeprägt wurde also über die "Freiheit" in ihren philosophischen Aspekten, aber auch anhand konkreter Beispiele aus der Dresdner Kommunal- bzw. Sächsischen Landespolitik diskutiert.

Im ca. 60-minütigen Mitschnitt geht es unter Anderem um die Freiheit (der Piraten) Fehler zu machen, aus verstaubten Traditionen und eingefahrenen Bahnen auszubrechen und mit frischem Wind und viel Skepsis in den Parlamenten für einen neuen Politikstil zu kämpfen.
Sowohl die Idee von wechselnden Regierungs-Mehrheiten, als auch das Konzept eines fahrscheinfreien (nicht kostenlosen) Öffentlichen Personen-Nahverkehrs fanden Verständnis und mitunter Beifall der Anwesenden.

In einem zweiten, spontanen ca. 90-minütigen Teil bzw. Mitschnitt wurde über die Piraten als neue Partei und eines ihrer vermeintlichen Kernthemen, die Novellierung des Urheberrechtes, gestritten. Für Uwe Schaarschmidt stieg Till (ebenfalls DIE LINKE) ein. Außerdem stieß Peanut in die Runde dazu. Im Gegensatz zur ersten Runde verlief die Diskussion wesentlich kontroverser ab. Gegen Ende entwickelte sich die Diskussion immer mehr zu einem philosophischen Diskurs über die Notwendigkeit bzw. Sinnhaftigkeit geistigen Eigentums.

Aber hört doch einfach selbst!

Viel Spaß dabei!

Fidel

P.S. Die Nachbearbeitung des Mitschnittes und dessen Upload erfolgte freundlicherweise durch Peanut

Donnerstag, 31. März 2011

Sitzen ist Blockieren unter Anwendung gewalttätiger Nötigung.. oder so ähnlich O_o

Am 7. März urteilte das Bundesverfassungsgericht über einen Beschluss des Landgerichts Frankfurt am Main vom 18. November 2004.

Während das Urteil aufgehoben und die Entscheidung an das Landgericht Frankfurt zurück überwiesen wurde, wurde die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.

Über die Konsequenzen des Urteils haben sich verschiedene (etablierte) Medien bereits geäußert:

Ob das Urteil auch eine Auswirkung auf die "Sitzblockaden" rund um den den #13Feb entfalten kann, wird sich wohl erst nächstes Jahr in einer "Einzelfallentscheidung" zeigen.


Hasta la victoria siempre

Fidel

Dienstag, 29. März 2011

Dienstag, 8. März 2011

Zensus 2011 - unendliche Weiten... der Daten-Sammelwut

Der AK Zensus hat in den letzten Tagen zwei sehr informative Publikationen online gestellt.

Für die Internetausdrucker eine Info-Broschüre (pdf), für die Lesefaulen eine 6-teilige Podcast-Serie (mp3, gesamt 55min).

Auch ich habe mich im Januar auf eine Pressekonferenz der Landeshauptstadt Dresden schlau gemacht und dazu auf Coloradio ein Interview (mp3, 9min) gegeben.

Nachdem ich mich seit Monaten selbst über die anstehende registergestützte Volkszählung informiere, gehe ich nun selbst in die Welt und versuche andere darüber aufzuklären.

Genau das hatte das Bundesverfassungsgericht bereits im Dezember 1983 (sic!) versucht.... konnte aber bisher nicht zur Politik durchdringen.

Empört Euch gefälligst selbst!